|
|
Unsere Wurzelnoder Wer ist eigentlich Carl von Ossietzky ?
Carl von Ossietzky (* 3. Oktober 1889 in Hamburg, † 4. Mai 1938) war ein deutscher Schriftsteller, Journalist, Redakteur. Nach dem Tod von Siegfried Jacobsohn, dem Gründer der Zeitschrift Weltbühne, war er ab 1927 zusammen mit Kurt Tucholsky deren Herausgeber in Berlin. Ein Bericht über die geheime Aufrüstung der Reichswehr führte zum auch international aufsehenerregenden "Weltbühne-Prozess" 1931, in dem v. Ossietzky wegen Landesverrats zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt wurde. Als Pazifist und Demokrat wurde er am 28. Februar 1933 durch die Nationalsozialisten verhaftet, in Berlin-Spandau interniert und danach in die KZs Sonnenburg und Emsland verschleppt. Während dieser Zeit wurde er immer wieder schwer gefoltert. Am 23. November 1936 wurde Carl von Ossietzky der Friedensnobelpreis zugesprochen, den er auf Weisung Adolf Hitlers jedoch nicht annehmen durfte. Eine Folge der Preisverleihung war aber, dass v. Ossietzky aus Rücksicht auf die Weltöffentlichkeit 1936 ins Berliner Staatskrankenhaus der Polizei verlegt wurde. Dort starb er zwei Jahre später an Tuberkulose und an den Folgen der Folter. Das Carl-von-Ossietzky-Gymnasium in Berlin-Pankow, früher Erweiterte Oberschule (EOS) "Carl von Ossietzky", ist unsere musikalische Geburtsstelle. Wolfgang Roterberg, damals dort Musiklehrer, kam 1976 auf die Idee, mit ein paar besonders musikbesessenen Schülern einen Jugendkammerchor, eben den Carl-von-Ossietzky Chor Berlin (heute e.V.) zu gründen. Wolfgang hat es geschafft, aus einem kleinen Schulchor ein musikalisches Ensemble zu formen, das die Säle selbst der großen Bühnen der DDR (Gewandhaus Leipzig, Schauspielhaus Berlin ...) füllte und auch den Vergleich mit den sonst dort auftretenden Profichören nicht scheuen musste. 25 Jahre leitete Wolfgang den Chor und legte in dieser Zeit den Grundstein unserer heutigen musikalischen Ansprüche. 2001 übergab er den Dirigentenstab an Manuela Kögel. Aus ihrem ästhetischen Ansatz, thematische Programme unter dem Aspekt der Klangsinnlichkeit zusammenzustellen, entstehen in regelmäßigen Abständen in sich geschlossene Aufführungsprojekte. Durch die Auswahl, Reihenfolge und Interpretation treten die Stücke in einen lebendigen Dialog und finden in der Synthese zu neuem tonkünstlerischem Ausdruck.
|